Charlotte Kremberg & Aleksandra Saša Jeremić - in utero
Freitag, 12. Juni, 18 Uhr (19 Uhr Performance)
Seit mehreren Jahren entwickeln die zwei Künstlerinnen eine gemeinsame Praxis, die in feministischer Provokation, ortsspezifischer Performance und interventionistischer Geste verwurzelt ist. Ihre Zusammenarbeit hinterfragt patriarchale Macht, nicht nur in ihrer Wirkungsweise innerhalb politischer Systeme, sondern auch dort, wo sie in den Strukturen des alltäglichen, intimen Lebens sichtbar wird.
Historisch verortet sich das Projekt innerhalb eines Kontinuums der Kontrolle über weibliche Körper, das sich über rechtliche, medizinische, religiöse und kulturelle Regime erstreckt. Abtreibung war, lange bevor sie zur Rechtsfrage wurde, ein Ort expliziter und struktureller Gewalt, durchgesetzt durch Schweigen, Scham und gesellschaftlichen Ausschluss. Obwohl sie wiederholt unter Strafe gestellt wurde, hat sie nie aufgehört zu existieren, sie wurde lediglich gefährlicher und isolierender gemacht.
Das Projekt fügt sich in aktivistische Kunsttraditionen ein, die kulturelle Produktion als Akt der Fürsorge und des Widerstands begreifen. Indem es Geschichten lebendig hält und auf Sichtbarkeit besteht, spiegelt es Bemühungen wider, reproduktive Rechte sowohl symbolisch als auch materiell zu schützen. Letztlich fragt das Werk, was es bedeutet, einen Körper zu bewohnen, den die Geschichte wiederholt verletzt hat, wie Lust, Trauer, Begehren und Widerstand koexistieren können und wie Kunst diese Widersprüche offen halten kann, anstatt sie aufzulösen. Das Publikum wird nicht eingeladen, passiv zu beobachten, sondern Unbehagen gemeinsam mit den Performerinnen zu bewohnen und Zeuge der zyklischen Ausdauer von Körpern, Geschichten und Widerstand zu werden.
Weitere Infos & Öffnungszeiten:
https://rhizom.mur.at/2026-in-utero/